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Das Sanktuarium der Muttergottes von Fatima in Turza Slaska

 

Turza Sląska liegt in Südpolen im südlichen Teil der Woiwodschaft Schlesien, an der tschechischen Grenze, in der Nähe des Grenzübergangs in Chalupki. Als der 2. Weltkrieg zu Ende war, zog durch die Gegend Front und das Dorf hat daran große Schaden erlitten. Die Situation in den Familien war nach dem Krieg besonders schwer. Viele Väter sind vom Krieg  noch nicht zurückgekehrt. Die Pfarrkirche befand sich  damals in dem weit gelegenen  Ort-Jedlownik. In dieser hoffnungslosen  Situation erwach ein Gedanke , eine neue Kirche in Turza Slaska zu erbauen.   Turza Slaska gehörte über viele Jahrzehnte zu der Kirchengemeinde in Jedlownik, in der  der Seelsorger  Alfons Januszewicz  tätig war. Das war ein besonders eifriger Priester, ein sehr guter Organisator und guter Kenner des Inneren Lebens. Er gründete zahlreiche Vereine und Gesellschaften. Er engagierte sich auch mit seinem ganzen Herzen in den Kirchenbau in Turza . Die  Idee selbst kam von den Bewohnern. Der Priester Januszewicz stellte die Idee dann in der Diözesenkurie  in Katowice vor. Die Antwort war positiv, aber der Pfarrer war nicht mehr imstande, den Kirchenbau selbst anzuleiten. Als er immer schwächer wurde , vertrat ihn Priester Robert Walach. In die Pfarrgemeinde  kam  aber bald ein neuer Priester - Ewald Kasperczyk, ein Vikar aus Wodzislaw Slaski. Der Pfarrer Alfons Januszewicz verstarb am 14. November 1947.

Priester Ewald Kasperczyk war damals schon 33 Jahre  alt. Er stammte aus Kochlowice (heute ein Stadtteil der Stadt Ruda Slaska). Als er nach Turza Slaska  kam, stieß  er im Zusammenhang mit dem Kirchenbau auf sehr große Begeisterung der Turzabewohner. Es gab aber  noch keine Entscheidung über ihren Schutzheiligen. Am 12. Mai 1947 um 19:00 Uhr sollte  erster  Maiandacht abgehalten werden. Der Priester Kacperczyk  hatte vor, den  Turzabewohnenrn die Schutzheilige  die Muttergottes von Fatima vorzuschlagen, weil eben der nächste Tag ein Jahrestag der Erscheinungen in Fatima war. Seinen Vorschlag nahm man mit großer Begeisterung an. Bevor man aber mit der Bau begann, ließ Priester  Kacperczyk den  Gläubigen  einander allen Groll und Verletzungen verzeihen. Die Arbeitet begannen mit großer Eifer. Am 13. Juni konnte man auf der Baustelle die Figur der Muttergottes von Fatima begrüßen. Sie wurde  in die  untere Kapelle gebracht, damit sie die Bauarbeiter beschützte. Einen Monat später, am 13. Juli, hat man beschlossen, den  ersten Gottesdienst abzuhalten. Kurz danach, am 24. Juli, kam  zu Besuch  der Bischof Adamski. Er war sehr zufrieden mit  den geleisteten Arbeiten und der Wandlung der Pfarrleute und dankte allen für ihre Mühe und Einsatzbereitschaft. Die Freude über den Kirchenbau dauerte aber kurz. Am 1. August die Landkreisbehörde befahl die Bauarbeiten einzustellen. Die der Kirche feindlichen Kräfte ließen von sich hören. Aber schon am 2. September setzte man die Bauarbeiten mit  der Hilfe des Bischofs selbst und der Pfarrleute fort.

Am 13. Oktober 1948 sammelte sich die Ganze Pfarrgemeinde in der Kirche, um das Bild der Muttergottes von Fatima feierlich zu begrüßen. Das Bild wurde vom  Kunstmaler Franciszek Worek aus Rupienki bei Kamesznica gemalt. Auf dem Bild ist die Muttergottes  im vergoldeten Gewand und dem Rosenkranz in der Hand bei ihrer Maierscheinung zu sehen. Der Bischof Stanislaw Adamski kam am 14.November 1948 , um die neu erbaute Kirche zu weihen und das Bild der Muttergottes von Fatima zu begrüßen. Nach anderthalb Jahr Arbeiten  war die Kirche fertig. Dabei feierte man auch 30 Jahre der Fatimaerscheinungen. Die Kirche in Turza Slaska wurde zum ersten Sanktuarium auf dem polnischen Gebiet mit der Schutzheiligen Muttergottes von Fatima.

Turza Slaska  hat sich schnell entwickelt und wurde zum Marienwallfahrtsort.  Es wurden die ersten  Pilgerfahrten organisiert und Pfarrer Kasperczyk hat die Ideen und seine Kräfte nicht gespart, um die Pilgergottesdienste zu beleben. Im Jahre 1957 kamen nach Turza  Pilgergruppen aus 223 anderen Pfarrgemeinden. Die Predigt hat damals Bischof Herbert Bednorz gehalten.   Es gab auch solche Tage , an denen es so viele Pilger gab, dass es um die Kirche herum an Platz fehlte (z.B. am 15.Mai 1949)

Es wurde auch ein 1000 Meter langer  Kreuzweg  mit 15 Stationen errichtet, um das Gedränge in der Kirche etwas  zu verringern. Turza Slaska mit der Kirche wurde dadurch bekannt, dass  die Muttergottes eben hier ihre Kinder mit ihrer Gnade beschenkt. Im Jahre 1952 gab es so viele Zeichen davon, dass es  wohl reichte, darüber ein ganzes Buch zu schreiben. Die Fürbitten der Pilger sind ganz unterschiedlich, die einen beten für die Bekehrung einer Person oder die Rettung von der Alkoholsucht und Ähliches.

 Das große  Interesse an dem Marienwallfahrtsort in Turza Slaska und sein Ruhm hat die  Behörden und Regierung beunruigt, die, es scheint, erst jetzt sich dessen bewusst wurden ,dass sie einen Fehler begingen. Sie versuchten zwar am Anfang den Bau der Kirche einzustellen, aber die Kommunisten haben keine Aufmerksamkeit  der Auffrufung der Kirche Geschenkt. Konnten sie es damals vermuten, dass  dieser Ort zum geistigen Hort dem Atheismus gegenüber wird? Es wurde der stille Krieg  gegen die „Schlesische Fatima” geführt. Die Bauerbeiten der Kirche wurden zwar im Jahre 1947 nicht eingestellt, dafür aber jetzt fing man an, den Pfarrer und auch die Pilger  zu schikanieren, die sich  nach Turza Slaska zur Pilgerwache oder  Ablaß begaben. Es gab zahlreiche Vorladungen zur Polizei oder zum Gericht.

Nach  Oktober 1956 kehrt Pfarrer Ewald Kasperczyk nach Jedlownik und Turza Slaska zurück, um Fatima-Muttergottes-Kult zu entwickeln. Es wurden  jedoch die Verfolgungen  fortgesetzt. Die Situation wurde ernst, als der Pfarrer die Originalfigur der Muttergottes aus Fatima  nach Turza bringen wollte. Es ist aber letzendlich gelungen. Es gab grosse Empfangsfeier am 29. August 1959. Die Prozession mit der Figur dauerte 3 Stunden lang. Die Figur begann kurz danach ihre Peregrination in den Kirchen der Kattowitzer und Oppelner Diözese. Es stieß aber auf den Widerstand der Behörden. Man muss  wortwörtlich die Tatsachen feststellen ,dass  in der Nachkriegszeit hat man einen Krieg gegen die „Schlesische Fatima” angeleitet. Es sah unterschiedlich aus. Unter anderem formulierte man in der Presse falsche Aussagen über den Pfarrer, man hat ihm Geldstrafen verhängt. Es gab mehrmals Einbrüche in das  Priesterhaus und man hat alles mögliche geplündert. 

Der Besuch der Statue der Muttergottes erwies sich als neues Mittel der Gnadevergabe durch Muttergottes und dazu der  außergewöhnlichen Gunst. Im Jahre 1979   gesegnet vom Heiligen Vater wurde sie nach Warschau auf den Altar der neuen vom  Primas  Wyszynski  geweihten Muttergottes-Weltkönigin-Kirche gebracht. 1992, schon nicht mehr konspirativ, gastierte die Figur aus Fatima, auf dem Weg nach Moskau, am 21. und 22. Oktober in Warschau  und dann in Moskau auf dem Roten Platz wurde ihre  Krönung vollgezogen.  In den Jahren 1995 und 1996  besuchte die Figur der Muttergottes von Fatima alle Diözesen auf dem Gebiet Polens.

Der Name „ Schlesiche Fatima” ist keinesfalls ein Zeichen der religiösen Begeisterung. Solche Titel werden nicht ausgedacht, sie entstehen sponntan, von allein, aufgrund der Erlebnise und Gnade. Der Bischof Alberto Cosma de Amaral äußerte sich über  den Wallfahrtsort  in Turza Slaska und sagte, dass „ er ein Weg ist, der  zur Erlösung der Menschen unserer Zeiten führt”( 5. Juni 1973). Drei Jahre später kam er persönlich nach Turza Slaska und stellte fest, dass er  sehr von dem  Sanktuarium beeindruckt ist. Den Ort  haben dann mehrmals bedeutende und hohe Gäste besichtigt.

Am 16. November 1980 starb aber unerwartet  Kanoniker  Ewald Kasperczyk. In dem Predigt des Bischofs wurde er als „ Gottes Irrer” genannt. Er war ein der hervorragendsten Priester. Sein Nachfolger wurde  Priester Gerard Nowinski,  Rektor der Kirche in Turza Slaska bis zum 1. Oktober 1968.

In den achziger Jahren fanden folgende wichtige Ereignisse statt: Begrüßung der Statue der Geistesrose-Muttergottes ( 18. Oktober 1982), Figur Muttergottes von Fatima kam  aus Kanada (29. August 1982), dreimal in den Jahren pilgert nach Turza Priester Louis Condor aus Fatima, Einweihung der  2. Figur der Muttergottes von Fatima, die  dann am 13.Mai 1982 nach Kattowitz gebracht wurde; Ankunft der Figur Pilger- Muttergottes aus Fatima (29.August 2985), 70. Jubiläum der Erscheinungen in Fatima ( 1987), 50. und 60. Jubiläum ( 1998 und 2008) der Kircheneinweihung.

In den neunziger Jahren fand ein großes Ereignis statt, d.h. die Peregrination des Gnadenbildes  von Jasna Gora aus Czestochowa  in unserem Sanktuarium. Es wurde auch der sog. „Platz des Reiches” geweiht. Am 11. und 12. März 2001 fand in der Kirchengemeinde Kanonikerinspektion statt, durchgeführt vom  Erzbischof Damian Zimon, der auch den neuen Altar geweiht hat.

Am 13. Juni 2004 Erzbischof Jozef Kowalczyk hat in der Anwesendheit der Bischöfe und der gesammelten Priester und Gläubiger die Krönung  des Bildes der Muttergottes mit der Papstkrone vollgezogen.

Am 30. Juli 2006 wurde der Priester Prälat Gerard Nowinski pensioniert und  zum neuen Pfarrer  der Gemeinde wurde der  Priester Piotr Winkler berufen.

Heute kann man sich das Sanktuarium  kaum ohne die  Bußenacht ( am 29. jeden Monats), Ablaß (der Sonntag nach dem 13. Tag des Monats vom Mai bis Oktober) und  den Tag der Kranken (der 13. jeden Monats). Pilgermassen kommen hierher, um an dem Andacht teilzunehmen. Sie danken für die erwiesene Gunst und Gnade, bitten um weitere und entschuldigen den lieben Gott durch das  Rosenkranzgebet für die Beleidigung und Sünden. Das ganze Jahr über kommen hier zahlreiche Pilgergruppen.

Sanktuarium Matki Boskiej Fatimskiej
w Turzy Śląskiej